Insolvenz rettet Unternehmen und Jobs. Nun gut, das ist nur die halbe Wahrheit; korrekt heißt es „M24 GmbH: Insolvenz in Eigenverwaltung rettet Unternehmen und Jobs“. Doch was bedeutet das konkret?

Das ist der Schrecken aller Selbstständigen: Die Insolvenz. Kunden können nicht mehr bezahlt werden, die Mitarbeiter gehen leer aus und ziemlich häufig haftet auch noch der Geschäftsführer mit seinem privaten Vermögen. Das Dilemma: Wenn das Geschäftsmodell gut ist, die Kunden zufrieden sind und es abzusehen ist, dass bald wieder Aufträge reinkommen werden. So geschehen mit der M24 GmbH: Eine Insolvenz und Auflösung des Unternehmens hätte über 70 Menschen den Job gekostet.

Genau für solche Fälle hat der Gesetzgeber vor knapp zehn Jahren die Insolvenzordnung geändert: Von nun an sollten solche Unternehmen nicht mehr automatisch aufgelöst werden. Die Folge: Die M24 GmbH ist nicht in die Insolvenz gerutscht und gibt es immer noch. Doch was genau ist geändert worden? Und wie haben diese Änderungen dem Traditionsunternehmen geholfen?

M24 GmbH: Insolvenz in Eigenverwaltung, Geschäftsmodell und Gastro-Betriebe

Bevor jetzt ins die insolvenzrechtlichen Bestimmungen eingegangen wird, müssen erst einmal ein paar Worte zum Geschäftsmodell des Unternehmens geschrieben werden.

Die M24 GmbH Insolvenz hätte schlimme Folgen gehabt, denn das Unternehmen produziert Möbel für die Gastronomie; und zwar die gesamte Bandbreite. Die Firma stellt Stühle, Sessel, Banksysteme, In- und Outdoormöbel, Designmöbel und noch vieles mehr für gastronomische Betriebe her. Ihr Versprechen: Die Kunden erhalten immer neue Ware; denn sie werden erst hergestellt, wenn die Bestellung eingegangen ist. Weiterer Vorteil: Das senkt die Lagerkosten, ist gut für die Umwelt und nicht verkaufte Ware muss nicht vernichtet werden.

  • Herstellung von Gastro-Möbel
  • Auslieferung neuer Ware
  • Produktion erst nach Bestelleingang
  • Ökologisch gut; da keine Ware vernichtet werden muss

M24 GmbH: Insolvenz in Eigenverwaltung

Mit der Einführung der Insolvenz in Eigenverwaltung hat der Gesetzgeber den betroffenen Unternehmen die Möglichkeit gegeben, ihre Tagesgeschäfte wie gewohnt weiter zu gehen. Ihnen wird nur ein Insolvenzverwalter zur Seite gestellt, der sich ins Tagesgeschäft kaum einmischt. Seine gesetzliche Aufgabe: Er soll nur die Interessen wahren. Aber was spricht gegen die Interessen der Gläubiger, wenn das Unternehmen seine Tagesgeschäfte nachgeht und Geld verdient?

Um Missbrauch zu verhindern, verlangt das Gesetz die Zustimmung des Gläubigerausschusses und eine gute Prognose des Gerichts. Beides hat die M24 GmbH bekommen: der Insolvenz in Eigenverwaltung stand nichts mehr im Weg. Die konkrete Folge: Das Unternehmen hat, anders als im normalen Insolvenzverfahren, die Verfügungsgewalt über das Vermögen nicht verloren.

M24 GmbH: Insolvenz in Eigenverwaltung ist an Bedingungen geknüpft:

  • Gericht hat eine gute Prognose ausgestellt
  • Gläubigerausschuss muss einstimmig zustimmen
  • Tagesgeschäfte müssen weitergehen

M24 GmbH: Insolvenz erfolgreich abgewehrt

Da die M24 GmbH Insolvenz abgewendet wurde, können über 70 Mitarbeiter ihren Job behalten – darunter auch sechs Azubis. Das Ziel des Gesetzgebers ist erfüllt worden: die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Denn eines muss man sich auch immer klar sein: Hätte der Gesetzgeber 2009 die Insolvenzordnung nicht geändert, hätte die M24 GmbH Insolvenz die Auflösung und die Vernichtung der Arbeitsplätze bedeutet.